Lichtschlag Buchverlag

Männerbeben

MannDAT, 10. 12. 2007

„Männerbeben“ - so heißt das zweite Buch von Arne Hoffmann zum Thema Männerrechte. Das erste löste in einschlägigen Kreisen genau ein solches Beben aus: Mit „Sind Frauen bessere Menschen?“ legte er 2001 mit den Grundstein für das Erstarken der deutschen Männerbewegung. Das Werk machte vielen Männern den Ernst der Lage überhaupt erst klar, lieferte zudem die Fakten und Argumente, auf die unsereins seitdem zurückgreift, um Staatsfeminismus, Männerfeindlichkeit und Frauenbevorzugung zu bekämpfen.

Seitdem sind sechs Jahre ins Land gegangen. Sechs Jahre, in denen sich die Situation zwar noch nicht grundlegend geändert hat. In denen die Probleme von Jungen und Männern jedoch langsam aber sicher in das Bewusstsein von Medien, Politik und Öffentlichkeit eindringen.

„Männerbeben“ dokumentiert und würdigt diese Fortschritte. Insbesondere Kapitel 7 im ersten Teil (welcher überschrieben ist mit „Der Geschlechterkampf im neuen Jahrtausend“ und der eine aktualisierte Bestandsaufnahme der Situation liefert) zeigt auf immerhin vierzig Seiten auf, wie viele kleine, aber beachtliche und wichtige Erfolge die Männerrechtsbewegung bereits erzielen konnte. Als Beispiele seien hier genannt die Gründung von Organisationen, die sich für Jungen- und Männerbelange einsetzen oder der öffentliche Protest von Männern gegen Pläne des Justizministeriums, selbstbestimmte Vaterschaftstest unter Strafe zu stellen.

Im zweiten Teil des Buches („Wir Pioniere“) sind Interviews wiedergegeben, die Arne Hoffmann mit verschiedenen Männern und Frauen geführt hat, die sich für Männerrechte einsetzen. So erhält der Leser Einblick in verschiedenste persönliche Sichtweisen, die das dröge Thema Geschlechterpolitik jenseits von aller Abstraktion greifbar und erlebbar machen.

Das Buch enthält, wie schon sein Vorgänger, eine Reihe von belegten und mit Quellen versehenen Zitaten und Fakten. Leider hat es auch den gleichen Fehler wie dieser Vorgänger – es fehlt ein Sachwort- und Personenregister. Gerade für eine solche Faktensammlung, die Vielen wieder als Nachschlagewerk dienen wird, wäre ein Register unentbehrlich. Jammerschade, dass das bei dem doch recht ansehnlichen Preis des Buches (26,90 €) nicht mehr mit drin war.

Arne Hoffmann betont in seinem Buch die Wichtigkeit des neuen Mediums Internet, die das Entstehen einer parteiischen Männerbewegung überhaupt erst möglich gemacht hat. Vielleicht betont er hier und da einzelne Meinungen aus Postings verschiedener Foren zu sehr und räumt manch extremem Anti-Maskulisten mit seinen abgedrehten Ansichten weit mehr Bedeutung ein, als dieser verdient hat. Als Dokumentation des gesellschaftlichen und medialen Umfeldes, in welchem sich die Männerrechtsbewegung ihren Standpunkt erst erkämpfen muss, ergibt die Wiedergabe solcher Auswüchse jedoch einen gewissen Sinn.

Insgesamt ist "Männerbeben" ein äußerst lesenwertes Buch für alle, die sich für Geschlechterpolitik aus männlicher Sicht interessieren. Es ist politisch erfreulich unkorrekt, kennt keine Tabus und entzaubert ein feministisches Dogma nach dem anderen. Es verschweigt auch nicht die Schattenseiten der maskulistischen Bewegung, beschreibt deren Ohnmacht gegenüber dem feministischen Machtapparat und gibt die internen Richtungsdiskussionen der Männerrechtsbewegung wieder.

Wer „Sind Frauen bessere Menschen?“ verpasst hat und sich kompetent, sachlich und faktenbasiert über das Thema Männerrechte informieren möchte, für den ist „Männerbeben“ ein ebenso unentbehrliches Buch wie für denjenigen, der Arne Hoffmanns Standardwerk zwar kennt, aber gerne wissen möchte, was sich seitdem so alles getan hat. Und das, so erfährt der geneigte Leser, ist eine ganze Menge.

Arne Hoffmann: Männerbeben, broschiert, Verlag Lichtschlag, 26,90 €, 480 Seiten, ISBN 3939562033.

[zurück zum Buch]