Lichtschlag Buchverlag

Ron Paul Revolution

Andreas Lehmann - Blaue Narzisse, 6. 5. 2008

„Ich bin überzeugt, dass das jährliche Baseballspiel der Republikaner und der Demokraten als eine der produktivsten Veranstaltungen betrachtet werden muss, an denen sich die Mitglieder des Kongresses beteiligen“. Eine bessere und gleichzeitig humorvollere Einleitung in die Gedankenwelt der Libertarians und ihres politischen Führers Ron Paul könnte es nicht geben. So artikuliert sich nicht nur ein radikales Eintreten für die Freiheit im Allgemeinen und den freien Markt im Besonderen, sondern auch eine tiefe Verachtung des großen Spiels der Politik, der Infantilität, mit der die westliche Welt regiert wird, und des Versorgungsstaates, der Schmarotzer begünstigt. Auf deutsch ist nun ein erstes Buch über den libertären Amerikaner erschienen. Robert Grözinger beantwortet darin die Frage: „Wer ist Ron Paul?“

Die Situation der USA ist mittlerweile nicht nur dramatisch, sie ist hausgemacht. So wie jedes andere große Reich scheint auch Amerika zunehmend „fetter“ zu werden. Die USA verfetten geistig und körperlich, da sie die vitalen Probleme des eigenen Landes und der Kultur nicht mehr lösen wollen und nicht einmal mehr wahrnehmen.

Dekadenz und der fehlende Wille, als Volk weiterleben zu wollen

Es ist damit natürlich eine Situation beschrieben, die in weiten Bereichen auch auf Deutschland zutrifft. Dramatische Staatsverschuldung, Entwertung der Währung, Parteienherrschaft, Lobbyismus und die Unfähigkeit ausländische Konflikte mit der nötigen Härte und Opferbereitschaft zu lösen, sind ein klares Indiz für Dekadenz, für den Unwillen eines Volkes das eigene Überleben zu sichern und sich den Emporkömmlingen aus anderen Kulturen entgegen zu stellen.

Ein Mann, der sich dieser Entwicklung, dieser zunehmenden „Vermassung“ aller Lebensbereiche entgegenstellt, ist Ron Paul. Der in Pennsylvania geborene Paul, also eigentlich ein waschechter Yankee, kann auf eine erfolgreiche Karriere als Gynäkologe (4000 zur Welt gebrachte Babys!) und Repräsentant seiner Wahlheimat Texas im amerikanischen Kongress zurückblicken. Das Mitglied der republikanischen Partei kandidiert 2008 zum zweiten Mal für das Amt des amerikanischen Präsidenten. Bereits 1988 versuchte er als Kandidat der Libertarian Party das mächtigste Amt der Welt zu erobern.

Obwohl John McCain mittlerweile uneinholbar in der Gunst der republikanischen Delegierten vorn liegt, war Ron Pauls Kampagne äußerst erfolgreich. Seine Anhängerschaft wächst ständig, sie ist jung, motiviert und wütend. Sie hat ihren Zenit – ganz im Gegensatz zu den sich gerade jährenden, angeschimmelten Revolutionsgeburtstagen anderer „Jugend“-Bewegungen – noch lange nicht erreicht. Die Botschaft beginnt sich gerade erst richtig auszubreiten.

Warum diese Anziehungskraft?

Klar und ernst ist die Botschaft Ron Pauls; klar und ernst in einer Zeit, die scheinbar nichts mehr ernst nehmen kann, die alles lauwarm in sich hineinstopft und meist in Form geistigen Dünnschisses wieder ausscheidet. Immer mehr Menschen fühlen sich von Pauls dogmatischem Element in seinen Reden angezogen. Seine Unnachgiebigkeit und sein beharrliches Pochen auf Prinzipien, die schon längst vergilbt sein müßten, machen seine libertäre Politik attraktiv.

Man muss sich klar für oder gegen die Botschaft von Ron Paul entscheiden. Wer in der immer sozialistischer werdenden amerikanischen Gesellschaft allen Ernstes die radikale Beschränkung der Regierungsmacht, die Abschaffung aller Gruppen-Sonderrechte, der Bundeseinkommenssteuer, der Zentralbank und den totalen Rückzug aus dem desaströsen Irakabenteuer fordert, der spricht unbequeme, aber ehrliche Worte aus. Man ist entweder für oder gegen Ron Paul, man hält ihn für den Retter der Nation oder einen ausgemachten Vaterlandsverräter.

„Wer ist Ron Paul? – Der Kandidat aus dem Internet“

Im Lichtschlag-Verlag ist nun das Buch „Wer ist Ron Paul? – Der Kandidat aus dem Internet“ erschienen. Der Diplom-Ökonom und Journalist Robert Grözinger erzählt darin von einem der letzten aufrichtigen Politiker, seiner offiziellen Wahlkampagne, seinen abertausenden Unterstützern im Internet und der Straße sowie von der unverwässerten Botschaft des klassischen Liberalismus.

Das Buch ist besonders Jugendlichen und an der Idee der Freiheit interessierten Menschen zu empfehlen. Neben der Beschreibung der Kampagne kommt auch die liberale Theorie nicht zu kurz. Leicht lesbare Einführungen in das Wesen der Freiheit und des freien Marktes, des Geldes und deren Unvereinbarkeit mit Interventionismus und Sozialismus wechseln sich ab mit interessanten Anekdoten aus Pauls Vorgeschichte und den Ereignissen im Laufe des Wahlkampfes. Ein unbedingter Kauftip also für alle, die sich mit dem Phänomen Ron Paul näher beschäftigen möchten oder Freunde für die absolute Freiheit begeistern wollen.

Nieder mit den sozialistischen Ausbeutern jeglicher Couleur, nieder mit all den Möchtegern-Intellektuellen und Staatsvergötzern, die unsere westliche Kultur so lange haben bluten lassen. Die Freiheit sei’s Panier!

Literatur:

Grözinger, Robert 2008. Wer ist Ron Paul? Der Kandidat aus dem Internet. Grevenbroich. 17.50 EUR

Internet:

www.ronpaul2008.com

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