Die 68er - ungenießbar und schwerverdaulichNation & Europa , Juli 2008 Die Herausgeber dieses gelungenen Bandes haben die Zeichen der Zeit erkannt: Jahrzehntelang haben die 68er ihr Unwesen getrieben, haben die Institutionen der Bundesrepublik unterwandert, Umgangsformen und Bildungsstandards nivelliert - doch jetzt gehören die ehemaligen Aufmüpfigen selbst zum alten Eisen. Das "68er-Kochbuch"versteht sich denn auch als Begleitlektüre zum längst überfälligen Abgang. Normalgebliebenen Durchschnittsdeutschen und erst Betroffenen dürfte sich beim hier feilgebotenen Potpourri sattsam bekannter 68er-Spezialitäten freilich der Magen umdrehen. Denn die Autoren sparen nichts, aber auch gar nichts von dem aus, womit eine ganze Generation von moralisch hyperkorrekten, intellektuell überdrehten und immer nationalmasochistisch gestimmten Umerziehern ihr Land genervt haben. Das reicht vom "Gesamtschulsüppchen" über den "Friede-Freude-Eierkuchen" und den "Manipulationscocktail" bis zum "Gutmenschenmüsli", das tunlichst "breiig" gereicht werden sollten, "damit der Gutmensch es schlucken kann, denn er hat ja keinen Biß". Dieser Koch-Ratgeber der speziellen Sorte liest sich spaßig und intelligent, und wer selbst über einschlägige Erfahrungen mit leibhaftigen 68ern verfügt, dem wird diese Rezeptsammlung aus dem Herzen sprechen. Ausgesprochen zuversichtlich stimmt ein kurzes Schlußwort der Autoren, wo es heißt: "Lügen haben heute genauso kurze Beine wie früher. Eines Tages werden die 68er und ihre Kumpane deshalb ihre Sachen packen müssen und ihr Kochgeschirr und ihren sonstigen Krimskrams dazu." Wir werden hoffentlich nicht mehr allzu lange darauf warten müssen. |